Winter-Sale und faire Mode

Winter-Sale und faire Mode

Winter-Sale und faire Mode

 

Wenn ich meinen Laptop öffne oder durch die Stadt schlendere, sehe ich überall das Wort Winter-Sale/Schlussverkauf. Und auch wir senkten unlängst die Preise für bestimmte Produkte, um mit den anderen Schritt zu halten. Dennoch werde ich nachdenklich, wenn es gerade um Kleidung geht.

Wenn ich sehe, dass manche Einzelhändler die neuesten Modetrends zu sehr niedrigen Preisen verkaufen, kommen bei mir Angst und viele Fragezeichen auf: Wie weit ist das denn noch ethisch? Wer bezahlt den Preis?

 

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Niedrige Preise locken die Konsumenten selbstverständlich an und führen zu übermäßigem Konsum, wobei keine Gedanken darüber verschwendet werden, ob man das Teil wirklich braucht oder bloß nur einmal anziehen wird. Wen kümmert es? Es war doch so billig….

Im Hintergrund aber gibt es noch andere Preisschilder an die wir denken sollten, und das sind die Preise der Umwelt und die der Arbeiternehmer in der Versorgungskette, die letztendlich den für uns günstigen Endpreis bezahlen.

In 2015 stimmten 193 Länder den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (engl. Sustainable Development Goals (SDG)) der Vereinigten Nationen zu, um bis 2030 in der Welt für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Ziel Nummer 12 der SDG lautet: „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“. Wie weit sind wir? Dem Bericht 2017 zufolge: weit.  Die Modeindustrie ist natürlich nur ein Teil davon, aber durch die Globalisierung und Massenproduktion trägt sie viel dazu bei. Zur Veranschaulichung nehmen wir einige Beispiele:

  • Fossile Brennstoffe werden bei der Produktion und beim Transport eingesetzt,
  • die Baumwollernte wird mit frischem Wasser bewässert,
  • einheimische Arbeiternehmer erhalten Dumpinglöhne.

Offensichtlich ist ein Umdenken notwendig. Es gibt einige Bewegungen und eine davon, die ich auch wirklich mag, ist Slow-Fashion. Ihr Ziel ist Gleichgewicht zu erreichen, in dem gesellschaftliches Verhalten und Naturressourcen keine Gegensätze zueinander bilden und Mode ohne Schäden auf die menschliche Gesundheit und auf unseren Planeten produziert werden kann. 

Slow-Fashion wird von einem systematischen Denkansatz unterstützt, da es die Auswirkungen unserer kollektiven Entscheidungen erkennt, die Umwelt und Menschen beeinflussen können. Jeder Erwerb ist von Bedeutung!

Bei Slow-Fashion spielen nicht nur die Produkte sondern die Menschen eine wichtige Rolle: die Arbeitskräfte, die Kunden und andere Erzeuger. Dabei ist der faire Umgang mit den Arbeitskräften (sichere Arbeitsplätze, respektvolle Entlohnung), die Berücksichtigung von Kundenwünschen und der Ausbau von persönlichen Kontakten von Bedeutung. Slow-Fashion Marken können zwar höhere Preise haben aber die Hersteller greifen auf nachhaltige und wenn möglich lokale Ressourcen zurück.

Wie werden Sie zum Slow-Fashion-Kunden? Kaufen Sie klassische Kleidungsstücke, verpassen Sie alten Kleidern ein neues Design, kaufen Sie von kleineren Erzeugern, stellen Sie zuhause Kleidung und Accessoires selber her und kaufen Sie Bekleidung, die länger hält.

Ist das zu viel für eine Veränderung? Eigentlich nicht, oder? Denken Sie bitte darüber nach und kaufen Sie nicht, bloß weil es billig ist! Prüfen Sie den Stoff und das Herkunftsland und überlegen Sie, ob Sie es sich vorstellen können, das Stück außerhalb der aktuellen Saison zu tragen!

Wir haben eine Selbstverpflichtung und unsere Partner kümmern sich um unsere Umwelt und unseren Planeten gleichermaßen.

 

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